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Die Freizeit Krankheit

von Franziska Luschas

(1) Ferien machen krank …

Dem einen oder der anderen von uns wird das bekannt vorkommen:

Nicht mehr lange zum wohlverdienten Urlaub. Der Stress in Job und Familie nimmt kontinuierlich zu. Alles muss noch vorm Urlaub erledigt werden, denn sonst macht es ja keiner …

Endlich ist es soweit: Der erste freie Tag !



cs:Wikipedista:Li-sung:Can Picafort (Mallorca)

Doch anstatt in der Sonne zu liegen, ein spannendes Buch zu lesen oder im Meer schwimmen zu gehen, kratzt es den Betroffenen im Hals und alle Glieder schmerzen. Sie sind von einer lähmender Müdigkeit befallen, ihnen ist schwindlig und Lust haben sie auch zu nichts mehr.

Bei manchen reicht das Wochenende bereits aus, um diese Beschwerden auszulösen. Und weil die vielfältigen Symptome überwiegend in der Freizeit auftauchen, spricht die Wissenschaft auch von der
"Leisure Sickness" oder "Freizeit-Krankheit".

(2) Das Ergebnis der wissenschaftlichen Untersuchung

Da immerhin eine Viertelmillion Deutsche unter der Freizeit-Krankheit leiden, hat der niederländische Psychologieprofessor Adrian Vingerhoets dieses Phänomen untersucht.

Ergebnis der Studie: Drei Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig in ihrer Freizeit an Migräne, Gliederschmerzen, Grippe und Depressionen zu leiden.

Überraschenderweise spielt es laut Studie keine Rolle, ob die Freizeitkranken besonders viel Kaffee, Alkohol oder Zigaretten konsumierten. Männer und Frauen, Singles, Familienmenschen oder Manager sind gleich häufig betroffen.

Eines scheint bei allen Unterschieden jedoch gemein: Den Betroffenen fällt es schwer, loszulassen und abzuschalten. "Gedanklich bleiben sie mit einem Bein immer bei der Arbeit", beschreibt Vingerhoets.

(3) Warum sind manche Menschen krank statt entspannt?

Bei starker beruflicher oder privater Daueranspannung schüttet unser Körper (zur Gegensteuerung) Stresshormone aus.

Wenn die Belastungen jedoch zur Gewohnheit werden, womöglich sogar jahrelang, "gewöhnt" sich der Körper mit der Zeit an diesen Zustand. Umgekehrt wird nun jede Ruhephase zum Stress.

Der Effekt der nunmehr ungewohnten Ruhe:
Das psychovegetative System reagiert, der Betreffende fühlt sich nicht gut oder wird sogar krank.
Nicht zufällig passieren auch viele Herzinfarkte nicht in den Belastungsspitzen, sondern nachts oder im Urlaub.

Außerdem fährt unser Immunsystem in stressigen Situationen (zumindest für eine Zeit lang) auf Hochtouren. Sobald das Stressniveau nachlässt, drosselt der Organismus auch die Produktion von Abwehrzellen. Krankheitserreger haben dann leichtes Spiel.

(4) Wer ist besonders anfällig für die leisure sickness?

Gerade Menschen, die nicht "Nein" sagen können, sich für alles verantwortlich fühlen und sehr hohe Ansprüche an sich selbst stellen, sind geeignete Anwärter für die Freizeit-Erkrankung.

"Perfektionisten" die im Beruf, im Haushalt, sogar im Zusammensein mit Freunden, krampfhaft versuchen alles zu 120 % "richtig" zu machen, gönnen sich oftmals keine Ruhepausen.

Innere Anspannung und Muskelverspannung steigen in stressigen Situationen und werden bewusst kaum mehr wahrgenommen. Spätestens in Ruhephasen leiden die Betroffenen dann häufig unter Erschöpfung, Schmerzen, Leere oder depressiven Verstimmungen.

(5) Was können Sie dagegen tun?

Wichtiger als die objektive Arbeitsbelastung ist der persönliche Umgang mit Stress ausschlaggebend für eine gesunde Lebensbalance.

Ein erster Schritt kann sein, die verausgabte Energie rechtzeitig und vor allem regelmäßig wieder aufzutanken. Entspannungstechniken, z.B. aus dem Yoga, Autogenem Training oder der Progressiven Muskelentspannung sind relativ gut geeignet, sich mehr oder weniger kurzfristig "runterzufahren".

Aber auch regelmäßige Spaziergänge, in der Stille einen Baum oder einen Vogel zu betrachten, sind Möglichkeiten vorübergehend auszuspannen.

Nach meiner Erfahrung ist dabei jedoch das Wichtigste, auch "mental" abzuschalten. Das bedeutet, zunehmend zu lernen, seinen Geist zu beruhigen und nicht jeden Gedanken oder jedes Gefühl so ernst zu nehmen.

Indem Sie Ihre Gedanken stattdessen beobachten, schaffen Sie automatisch Distanz zu ihnen und es fällt Ihnen leichter, Ihr Grübeln loszulassen.

Eine einfache aber sehr wirksame Strategie, welche aus der Verhaltenstherapie kommt, ist der Gedanken-Stopp, d.h., wann immer ich merke, dass ich wieder grüble, mir Sorgen mache oder mich in den "Angelegenheiten anderer Menschen" befinde rufe ich laut "STOPP" aus (am besten erst einmal in die vier Wänden ;) ), später dann im Kopf.

Zusätzlich dazu können Sie sich auch ein riesiges Stoppschild vorstellen. Jedes Mal, wenn Sie es schaffen, so Ihr gewohntes Denkmuster zu durchbrechen, stärken Sie die Kontrolle über Ihren Geist.



Cfaerber, Quelle: Straßenverkehrszeichenverordnung (StVZVO), BGBl. 1998 II 1205-1227, 1220.

Natürlich reicht ein einmaliges Üben nicht aus, denn es hat ja auch ziemlich lange gedauert bis wir "Profis" im Grübeln, Ängstigen oder Sorgen machen geworden sind.

Wie bei allen erfolgreichen dauerhaften Veränderungen ist es jedoch enorm wichtig am Ball zu bleiben. Denn von nichts kommt nichts! Machen Sie sich einen Anker, z.B. einen Merkzettel in den Geldbeutel oder schreiben Sie auf Ihren Bildschirmschoner das Wort "STOPP", usw.

Das 10xEFT Entspannungstraining (10fach verstärktes Emotionales Freiheits Training) geht sogar noch einen Schritt weiter:

Indem wir diese Entspannungtechnik (= Kombination von effizienten Behandlungsmethoden aus der modernen Psychotherapie und bewährten alternativen Veränderungsstrategien) regelmäßig üben, können wir dauerhaft unsere innewohnenden Selbstheilungskräfte stärken und so einen gesunden Geist fördern!

 

Ich wünsche Ihnen noch viel Freude, Ausdauer und Erfolg beim Praktizieren der einen oder anderen Entspannungsübung. Aber vielleicht möchten Sie ja auch den Gedanken-Stopp ausprobieren …

Werde der Boss im Kopf

Franziska Luschas

Diplom-Psychologin
10xEFT Expertin für Angstabbau

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