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Krank durch Kränkung oder die Verbitterungsstörung

von Franziska Luschas

Die posttraumatische Verbitterungsstörung

Der Begriff "Posttraumatische Verbitterungsstörung" ist noch relativ neu und hat sich selbst bei Psychologen und Psychotherapeuten noch gar nicht so herumgesprochen. Er stammt aus der Forschungsgruppe um den Berliner Psychiater und Psychologen Prof. Dr. Michael Linden.

Warum ich über die Verbitterungsstörung schreibe

Seit den letzten 10 Jahren Jahren beobachte ich zunehmend mehr (selbst-) aggressives Verhalten, sowohl bei meinen Klientinnen als auch beim Einkaufen, sogar beim Radfahren und schon bei sehr kleinen Kindern.

Als ich dann auch noch letzte Woche bei einer sonnigen Runde über die Fürther Kärwa in etliche griesgrämige Gesichter sah, musste ich plötzlich an die "Posttraumatische Verbitterungsstörung" denken.

Auf einer Bank vor einem Bierzelt saßen drei Frauen um die 50 schweigend nebeneinander. Vor ihnen stand jeweils ein Glas Weißwein, es roch nach leckerem Essen, es duftete nach gebratenen Mandeln und aus den Lautsprechern spielte heitere Musik.



Roberto Berlim; (Quelle: The Comedians)

Der Ausdruck auf den Gesichtern der drei Frauen war jedoch alles andere als fröhlich oder zufrieden. Sie saßen antriebslos auf der Bierbank, ihre Augen starrten ins Leere, die Münder waren zu einem Strich zusammengezogen und die Mundwinkel hingen herab.

Offensichtlich hing jede dieser Frauen ihren eigenen Gedanken nach. Aufgrund ihres mürrischen Gesichtsausdruckes schloss ich daraus, dass es sich hierbei höchstwahrscheinlich um keine freundlichen Gedanken handelte.

Psychologen haben übrigens herausgefunden, dass der moderne Durchschnittsbürger täglich zwischen 60 000 und 80 000! Gedanken denkt. Die Mehrzahl davon seien nicht nur sich ständig wiederholende und sorgenvolle, sondern vor allem auch quälende und selbstzerstörerische Gedanken, so die Experten.

Aus zahlreichen Studien der Psychotherapieforschung geht hervor, dass sich vor allem negativ denkende Menschen i.d.R. schlechter als ihre "normal" denkenden Mitmenschen fühlen.

Vielleicht erklärt das einen nicht unbedeutenden Anteil der drastisch gestiegenen Anzahl psychischer Erkrankungen, wie Angst, Panik oder Depression.

Hinzu kommen immer "neue Entdeckungen" psychischen Leidens, die je nach Forschergruppe entprechende Namen erhalten. Eine davon ist eben die Posttraumatische Verbitterungsstörung?

Was sind die häufigsten Merkmale einer Posttraumatischen Verbitterungsstörung?

Viele Menschen mit einer Posttraumatischen Verbitterungsstörung:



Swantje Hess and Jannis Pohlmann

  • sind von ihrer Grundstimmung her tendenziell schlecht gelaunt und wirken verbittert
  • fragen sich, warum es das Leben so ungerecht mit ihnen meint
  • sind über andere Menschen enttäuscht
  • machen sich und anderen Menschen Vorwürfe
  • sind gegenüber anderen, und auch sich selbst gegenüber, aggressiv
  • haben nur wenig oder keine Freunde
  • ärgern sich häufig über sich selbst.

Weitere Symptome, die häufig mit der Verbitterungsstörung auftreten, sind:

  • innere Unruhe
  • Antriebslosigkeit
  • körperliche Beschwerden
  • Schlafstörungen

Die Behandlung der Posttraumatischen Verbitterungsstörung

So wie diesen drei Frauen geht es vielen Menschen. Gerade in der heutigen Zeit, in der Entlassungen, Scheidungen, schwere Krankheiten oder andere Ungerechtigkeiten an der Tagesordnung stehen, schaffen es immer weniger Betroffene mit den überhandnehmenden Anforderungen alleine fertig zu werden.

Ganz ähnliche Symptome habe ich bei meiner Arbeit mit Hunderten von Patienten in verschiedenen psychologischen Praxen, Psychiatrien und psychosomatischen Kliniken erlebt.

Psychotherapie

Eine der erfolgreichsten Psychotherapien, die Kognitive Verhaltenstherapi, die im Übrigen auch von den (gesetzlichen) Krankenkassen bezahlt wird, hat sich der Verbitterungsstörung mittlerweile angenommen.

Kassenärztlich arbeitender Psychotherapeuten gibt es jedoch nach wie vor viel zu wenige. Die Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz betragen teilweise bis zu einem Jahr und mancher "guter" Psychotherapeut musste seine Warteliste sogar schließen, weil er keine neuen Patienten mehr aufnehmen konnte.

Gesetzlich Versicherte sind zudem an die Richtlinien des Leistungskatalogs ihrer Krankenkasse gebunden. Andere gute Methoden, die dort nicht aufgeführt sind, werden von den Krankenkassen nicht bezahlt und deren Anwendung wird deshalb von den meisten Psychotherapeuten gar nicht erst in Betracht gezogen.

Mangel an Weisheit

Laut Experten mangelt es Menschen mit einer Verbitterungsstörung vor allem an Weisheit und damit ein konstruktiver Umgang mit Herausforderungen und Krisen.

Die zwei vorrangigen Ziele von Psychotherapie bei Menschen mit einer Verbitterungsstörung sind:

  1. Sich von der schwierigen Situation und der damit verbundenen Kränkung emotional weitgehend zu distanzieren.
  2. Und neue Lebensperspektiven aufzubauen.

Das ist einfacher gesagt, als getan! Damit der Klient insgesamt wieder mehr Vertrauen entwickeln, souveräner mit Krisen und alltäglichen Herausforderungen umgehen und auch wieder mehr Lebensfreude erfahren kann, ist viel Arbeit, sowohl auf Patienten- als auch Therapeutenseite notwendig.

Allein die Einsicht, sich in Form einer Psychotherapie helfen zu lassen, wenn doch "die anderen daran schuld sind", kostet vielen Menschen große Überwindung.

Häufig dauert eine Psychotherapie viele Monate, realistischer sind Jahre, bis die Betroffenen in der Lage sind, ihre hartnäckigen Grundüberzeugungen (z.B. "Die Welt ist schlecht und ungerecht") weitestgehend zu verändern und neuen Krisen mit funktionierenden Problemlösestrategien selbständig gegenüberzutreten.

Was gibt es sonst noch?

Neben den konventionellen Therapien, wie der o.g. Verhaltenstherapie, gibt es zahlreiche alternative Therapiemethoden, um schädigende Denk, Gefühls- und Verhaltensmuster zu verändern. Dazu zählen zum Beispiel Achtsamkeitsübungen, die Körperorientierte Psychotherapie, die Kinesiologie, die Homöopathie oder das NLP (Neurolinguistisches Programmieren).

Für Heilpraktiker (Psychotherapie) und Psychologische Berater gibt es jedoch keine einheitlichen staatlichen Ausbildungen; daher gibt es unter den Therapeuten große qualitative Unterschiede.

Die Behandlungsqualität hängt zum großen Teil von der Qualifikation und Praxiserfahrung des jeweiligen Behandlers ab. Letztendlich sprechen sich aber nachhaltige Behandlungserfolge auch schnell rum.

Ich für meinen Teil, arbeite in meiner ganzheitlichen psychologischen Praxis lösungsorientiert nach dem Motto: Alles was wirklich hilft!

Das sind vor allem Methoden und Techniken, die in der Praxis nachweislich funktionieren und in zahlreichen Studien bestätigt wurden (siehe 10xEFT).

Dazu gehören vor allem die Lösungsorientierte Kurzzeittherapie, die Energetische Psychotherapie (EFT), die Kognitive Verhaltenstherapie, die Hypnotherapie und vor allem die Schulung unseres Geistes durch die Botschaft von Eckhart Tolle und "The Work" von Byron Katie.



Estitxu Carton: Happiness

Wie kann ich mich vor psychischem Stress schützen?

Was aber können Sie tun (auch ohne Verbitterungsstörung ;) ) um insgesamt gelassener mit den tagtäglichen Herausforderungen umgehen zu können?

Nun, der erste Schritt ist, dass Sie erst einmal merken, dass Sie unzufrieden, verbittert, zornig oder traurig sind.

Beginnen Sie deshalb damit, 3 x täglich Ihre Gedanken und Gefühle zu beobachten und am besten gleich in einem Gedanken- bzw. Stimmungsprotokoll zu notieren. (= Negatives Denken und Fühlen erkennen)

Im zweiten Schritt stehen Ihnen vielfältige Methoden bzw. Werkzeuge, wie oben schon erwähnt, zur Verfügung.

Dazu gehören auch Yoga, Meditation, Hypnose, die 10xEFT Grundtechnik, Beten, The Work von Byron Katie, Qi Gong oder das 10xEFT E-Protokoll.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen und letztendlich hilft alles, was uns wieder mehr mit uns selbst verbindet und unseren "Inneren Ratgeber" aktiviert. (= Lernen)

Die Methode, die Ihnen am meisten liegt, dann schließlich auch regelmäßig in Ihren Alltag einzubauen, z.B. als ein Ritual nach dem Aufstehen oder vor dem Zubettgehen, ist nach meiner Erfahrung der dritte und wichtigste Schritt zu einem stressfreieren, entspannteren und vor allem freudigeren Leben. (= TUN)

Wenn Sie HIER klicken, finden Sie passende Sprichwörter und Zitate zu Ärger oder Vergebung.

Interessante Artikel über die "Posttraumatische Verbitterungsstörung":

http://www.aerztezeitung.at/archiv/oeaez-6-25032008/posttraumatische-verbitterungsstoerung.html
http://www.jp.philo.at/texte/LindenM1.pdf

Werde der Boss im Kopf

Franziska Luschas

Diplom-Psychologin
10xEFT Expertin für Angstabbau

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