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Wie Sie Ihr Leben durch The Work von Byron Katie verbessern können

von Franziska Luschas

Vor ca. 3 Wochen antwortete mir eine erfolgreiche Geschäftsfrau auf meine Frage, was ich für Sie tun könne:

"In meiner Firma weiß ich immer genau, was ich machen muss. Aber mit mir selbst komme ich überhaupt nicht klar; da habe ich manchmal das Gefühl, dass mein Kopf macht, was er will. Wie in einem Hamsterrad bin ich da gefangen."

Aus meiner Erfahrung als Psychologin weiß ich, dass diese Dame mit ihrem Problem nicht alleine dasteht. In den Köpfen der meisten Menschen dreht sich ganz automatisch ein schnell drehendes Gedankenrad. Viele merken nicht einmal, dass "es die ganze Zeit in Ihnen denkt", weil es sich so normal anfühlt.

Bei diesen "automatischen" Gedanken handelt es sich oftmals um nicht verarbeitete vergangene Erinnerungen oder zukünftige Befürchtungen, die immer wieder hochkommen. Wenn wir dann für längere Zeit unsere Aufmerksamkeit, mehr oder weniger bewusst, auf diese Gedanken lenken, dann hat das gewöhnlich zur Folge, dass wir uns schlecht fühlen.

Manchmal aber, zum Beispiel während der Meditation, in der Natur oder auch beim Kochen ;-) , kann es vorkommen, dass wir innerlich für einen Augenblick ganz still werden. Wer das schon einmal bewusst erlebt hat, weiß wie befreiend sich das anfühlt.

Dieser gedankenfreie Zustand ist jedoch meistens nur von sehr kurzer Dauer, bis wir schnell wieder ins typische Bewerten, Vergleichen, Beurteilen von uns, anderen oder der Welt hineingleiten.

Viele Menschen haben nie gelernt, wie sie sich aus diesem zwanghaften Denken müssen befreien können. Deshalb möchte ich Ihnen eine bewährte Hilfe zur Selbsthilfe an die Hand geben, die Sie dabei unterstützt, sich aus dem Gefängnis in Ihrem Kopf zu befreien.

Wie Sie Boss in Ihrem Kopf werden und bleiben

Aber selbst die allerbeste Methode für einen klaren Geist nützt Ihnen nicht viel, wenn Sie keine praktische Struktur an der Hand haben, nach der Sie sich sicher und effizient vorgehen können.

Der nachfolgende Prozess für mehr Klarheit im Denken stammt aus traditionellen Weisheitslehren, der modernen Wahrnehmungspsychologie, der wissenschaftlich orientierten Kognitiven Verhaltenstherapie und wird heute auch von der aktuellen Hirnforschung (Prof. Gerald Hüther) in seiner Wirksamkeit bestätigt.

1. Schritt: Werden Sie sich Ihrer Gedanken und Gefühle immer mehr bewusst

2. Schritt: Lernen Sie friedlicher zu denken

3. Schritt: Üben Sie Ihr neues Denken täglich ein

Woher kommen unsere negativen Gedanken?

Der "normale" Durchschnittsbürger in unserer mittlerweile extrem schnelllebigen, konsumorientierten Gesellschaft merkt häufig gar nicht, dass "es" ihn ihm denkt. Deshalb spricht das wissenschaftlich am besten untersuchte Therapieverfahren, die Kognitive Verhaltenstherapie, hier auch von "automatischen Gedanken".

Zwischen 60 - 80.000 Gedanken täglich, so schätzen Experten, denkt der, durch Sinnes- und Informationsüberflutung, geplagte moderne Mensch. Ein Großteil dieser Gedanken läuft unbewusst ab, ist negativ und wiederholt sich wie eine alte gesprungene Schallplatte.

Dafür verantwortlich sind vor allem frühere "Programmierungen", die zum großen Teil durch unsere Kultur, Gesellschaft, Erziehung, Schulbildung und Erfahrungen, geprägt sind.

Und je nachdem wir unsere gemachten Erfahrungen bewerten, fühlen wir uns gut oder schlecht. Häufig projizieren wir dann später unsere negativen Erinnerungen mitsamt den entsprechenden Gefühlen auf uns, auf andere und auf die Welt.

Hierzu ein kleines, aber typisches Beispiel

Sie haben als Kind immer wieder Gewalt erleben müssen. Sie sind der Meinung, dass sich Ihre Mutter nicht genug um Sie gekümmert und ihren Frust an Sie ausgelassen hat.

Mit den Gedanken, dass Ihre Mutter Sie nicht genug liebt oder sogar hasst, werden Sie ein entsprechendes Selbstbild entwickeln, was sich durch wenig Selbstvertrauen auszeichnet.

Jetzt können Sie sich vielleicht vorstellen, was gewöhnlich die Folge ist:

  • Sie gehen mit sich selbst nicht liebevoll um
  • Sie brauchen die Anerkennung im Job, von Ihrem Partner, Ihren Kindern, Ihren Eltern ...
  • Sie wollen es jedem recht machen
  • Sie glauben, dass sie anderen nicht vertrauen können
  • Sie sind davon überzeugt, dass es Ihnen nicht gut gehen darf, weil Sie es nicht verdient haben
  • Sie fühlen sich ungerecht vom "Leben" behandelt und stellen sich oft vor, was alles schieflaufen könnte

Diese negativen Denkmuster laufen in der Regel unbewusst ab.

Sie müssen jedoch nicht zeitlebens in Ihren alten Mustern feststecken. Sondern wie aus der Hirnforschung bereits bekannt, ist unser Gehirn plastisch veranlagt, d.h. selbst jahrzehntelange bestehende Gehirnstrukturen lassen sich durch andere (neue) Erfahrungen positiv verändern.

1. Schritt: Wissen Sie immer, was Ihnen Ihre Gedanken sagen?

Die einfachste und die in unserem Kulturkreis am besten erforschte Methode, Altes loszulassen und eine neue Sichtweise zu entwickeln, besteht darin unser Denken zu verändern. Denn so wir denken, fühlen wir uns.

Wenn Sie das ständige Geplapper in Ihrem Kopf und die immer wiederkehrenden schlechten Gefühle leid sind, dann machen Sie den ersten Schritt in ein besseres Leben und beginnen Sie damit, Ihre Gedanken bewusst zu beobachten.

Dazu eignet sich ein Gedankenprotokoll, so wie es zum Beispiel auch in der Kognitiven Verhaltenstherapie eingesetzt wird.

Und hier können Sie ein von mir erstelltes Gedankenprotokoll kostenlos herunterladen:

Gedankenprotokoll (2141)

Kleiner Tipp:
Gewöhnen Sie sich an, jeden Tag eine kurze Meditation durchzuführen. Das hilft Ihnen, Ihre Gedanken und Gefühle schneller wahrzunehmen und dementsprechend zu verändern. Außerdem werden Sie bald merken, dass Sie gelassener mit Stress umgehen.

2. Schritt: Glauben Sie Ihrer Stimme im Kopf zu 100%?

Unsere Gedanken kommen und gehen. Sie sind weder gut noch schlecht, aber wenn wir Ihnen zu 100% vertrauen, sind wir Gefangene unserer alten Konditionieren (gelernte Programme).

Die Gedanken abzustellen, ist fast unmöglich. Sie können das "Gesprochene" in Ihrem Geist jedoch liebevoll annehmen und dann überprüfen.

Sie können Ihre Gedanken mit vielen kleinen und "großen" Kindern vergleichen, Anteile, die sich im Laufe Ihres Lebens durch Ihre Erfahrungen in Ihrem Inneren (in Ihrem Bewusstsein) angesammelt haben. Und jedes dieser Kinder will, dass sie ihm zuhören und glauben.

Jetzt gibt es jedoch nicht nur glückliche, sondern auch unzählige enttäuschte, wütende, ängstliche oder traurige Kinder. Jedes Mal, wenn Sie in der Vergangenheit Gefühle der Verletzung, Ungerechtigkeit, Zurückweisung, Demütigung oder des Alleinseins gespürt haben, wird dieser entsprechende (Kind-) Anteil größer und übernimmt mehr und mehr die Kontrolle über Ihr Denken.

Wenn Sie jetzt beginnen dieses Kind sowie die dazugehörigen Gedanken und Gefühle zu bekämpfen, wird sich dieses Kind wehren, denn Widerstand ist das, was es kennt.

Deshalb nehmen Sie den Gedanken, der von diesem Kind stammt, liebevoll an und überprüfen Sie ihn mit The Work. Dadurch zeigen Sie "Ihren Kindern" eine alternative, eine friedlichere Welt.

Bei "The Work" geht es vor allem darum, immer wiederkehrende negative Gedanken selbst zu überprüfen. Und Sie werden nicht gebeten etwas an Ihrem Denken zu verändern, sondern wenn Sie "The Work" durchführen, dann "verlassen" Ihre Gedanken Sie.

Ähnlich wie die Kognitive Verhaltenstherapie, eine der erfolgreichsten Therapieverfahren der Gegenwart, geht The Work davon aus, dass es unsere unüberprüften negativen Gedanken (drastischer ausgedrückt: unsere Dramen und Lügen im Kopf) sind, warum wir uns so schlecht fühlen.

Wenn unsere Gedanken nicht mit der Realität übereinstimmen und wir dagegen ankämpfen, leiden wir. Das gilt vor allem dann, wenn wir die Wirklichkeit, so wie sie ist, nicht verändern können oder wollen.

In dem Moment, wo Sie beispielsweise zu 100% glauben, dass Ihnen Ihre Eltern (Ihr Mann, Ihre Kinder, Ihr Chef) mehr Respekt oder Dankbarkeit entgegenbringen sollten, erzeugen Sie viel Stress in sich.

Und wie genau sehen dann Ihre Beziehungen zu diesen Menschen aus, die sich Ihrer Meinung nach anders verhalten sollten?

Wie reagieren Sie und wie Ihr Gegenüber, von dem Sie glauben, er oder sie sollte ... oder sollte nicht .... ? Ist die Beziehung zu ihnen eher angespannt, aggressiv, verachtend oder freundlich, zufrieden und respektvoll?

Das heißt natürlich nicht, dass wir alles auf dieser Welt gutheißen sollen (siehe auch Gaußsche Normalverteilung und vermeiden Sie ein stresserzeugendes "Entweder-oder-Denken").

Wie machen Sie The Work?

Wenn Sie auf den nachfolgenden Link klicken, finden Sie einen hilfreichen Artikel zu The Work, das kostenlose The Work Einführungsvideo und ein ebenfalls kostenloses Video mit einer genauen Anleitung sowie ein komplettes Arbeitsblatt zu The Work.

Anleitung zu The Work von Byron Katie

Meine Erfahrung mit vielen Hunderten von Menschen hat gezeigt, dass wenn Sie The Work ernsthaft und konsequent anwenden, sich Ihr Leben, Ihre Beziehung zu sich selbst (zu Ihren Gedanken), zur Welt und zu anderen deutlich verbessern können.

3. Schritt: Wie können Sie jetzt am besten dranbleiben

Wenn Sie mehr Frieden und Leichtigkeit in Ihr Leben bringen wollen, dann führt kein Weg daran vorbei, dass Sie regelmäßig etwas dafür tun!

Die meisten lassen sich durch die "Wohlfühl-Industrie" viel zu schnell von immer neuen und leeren Versprechungen ablenken.

Und so springen viele Menschen von einer spannenden Selbsthilfemethode zur anderen, wobei sie aber zwangsläufig immer nur an der Oberfläche bleiben, weil:

  1. die Methode mit der Zeit zu langweilig oder anstrengend wird
  2. sie ständig auf der Suche nach dem einen richtigen Wissen sind (dem "Heiligen Gral")
  3. sie nicht am Richtigen und Wichtigen dranbleiben (zum Beispiel etwas, was ihnen schon geholfen hat)
  4. mit jedem neuen interessanten Ratgeber vorübergehend gut fühlen

Was Sie tun können

Planen Sie für den Prozess, der einer tief gehenden Veränderung vorausgeht, ausreichend Energie und Zeit ein:

  • Bleiben Sie beharrlich dran, auch wenn es Ihnen zunächst schwerfällt.
  • Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es in den ersten Tagen (Wochen) noch nicht so gut klappt.
  • Erinnern Sie sich ab und zu daran, wie viele Jahre Sie Ihre alten Denkmuster schon mit herumtragen.
  • Probieren Sie eine Methode mindestens 1 Woche sorgfältig aus, damit Sie etwaige Veränderungen auch wahrnehmen können.
  • Nutzen Sie "Erinnerungsanker", damit Sie regelmäßig daran denken, etwas anderes als bisher zu machen (zum Beispiel The Work) und auch dranzubleiben.

Viele Menschen fanden es beispielsweise sehr hilfreich, diesen unterstützenden Artikel in eigene Worte, mit persönlichen Anmerkungen, zusammenzufassen und täglich konzentriert durchzulesen und ggf. zu ergänzen.

So werden Sie (trotz des üblichen Alltagsstresses, der Sorgen und Krisen), regelmäßig daran erinnert und auch motiviert, den bereits angefangenen neuen Weg auch tapfer weiterzugehen.

Letzter Tipp

Bleiben Sie dran, auch wenn Ihr Gedanke sagt: "Dir geht`s doch gut. Das brauchst du jetzt nicht. Das kennst du doch schon alles. ..."

Werden Sie der Boss im Kopf

Franziska Luschas
Diplom-Psychologin

P.S.

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